McArthur Dancers aus Münster | Wir tanzen schottische Militärtänze


Mein Name ist Gudrun McArthur und ich würde Ihnen gerne etwas über die Gründung der McArthur-Dancers erzählen:
 
1979 kam einer der Gäste in der damaligen Gaststätte meiner Mutter auf die Idee eine schottische Militär-Tanzgruppe aus deutschen Mädchen zu gründen. Da meine Mutter gute Beziehungen zu einem Karnevalballett hatte, konnte sie auch schnell ein paar Mädchen dafür begeistern. Gesagt getan, es wurde fleißig geübt und schon bald kamen die ersten Auftritte. Mit der Pipe Band des 4. Panzer-Regiments folgten viele Auftritte quer durch das Münsterland, Ostwestfalen und viele Orte mehr. Einer der Höhepunkte war ein einwöchiger Aufenthalt in Dänemark, wo wir auch vor der Königin tanzen durften. Ein weiterer Höhepunkt war die Mitteilung, das ein Beobachter des Edinburgh-Tattoo kommen würde um uns beim Tanzen zuzuschauen und um zu entscheiden ob wir für das Tattoo gut genug wären. Leider haben sie sich gegen uns entschieden.
 
Als dann das 4. Panzer-Regiment 1982 zurück nach England beordert wurde, löste sich die Tanzgruppe leider auf. Jahre später wurden wir zu einer Hochzeit von einem der Mädchen eingeladen, auf der wir vortanzen sollten. Hier haben wir dann Klaus den Piper kennengelernt.
 
Wieder vergingen Jahre und nachdem meine Schwester und ich unsere Kinder großgezogen hatten, brauchten wir eine neue Aufgabe. Somit gründeten wir im Jahr 2003 eine neue Tanzgruppe. Diese Gruppe besteht aus Mädchen bzw. jungen Damen und Herren. Die ersten Trainingstunden haben bei uns im Wohnzimmer stattgefunden und wenn Klaus dann mit dem Dudelsack kam, wurde es für die Nachbarschaft ziemlich laut. Dann wurde uns in der Gaststätte Haus Ording in Albachten eine Räumlichkeit zur Verfügung gestellt, dann absolvierten wir unsere Trainingstunden im Matthias-Claudius-Haus in Albachten und nun proben wir wöchentlich im Haus der Begegnung, auch in Albachten.
 
Das schottische Hochlandtanzen ist eine der ältesten Form der Volkstänze und sogar das moderne Ballett und der Square-Dance holt seine Wurzel aus den Highlands. Weit zurück bis zum 12. und 13. Jahrhundert wurden Hochlandtänze von athletischen Männern getanzt. Entweder wurde der Triumpf gewonnener Schlachten gefeiert, eine erfolgreiche Jagd oder es wurde nur aus Freude getanzt. Kämpfer auf dem Weg in die Schlacht führten Tänze über Schwerter und Schutzschilder auf. Laut Tradition nutzten die alten Könige und Clan-Oberhäupter von Schottland auch die Highland Games um herauszufinden, wer ihre besten Männer unter den Soldaten waren. Highland Dancing war unter Anderem auch eine Methode, um die Stärke, die Ausdauer, Akrebie, Gelenkigkeit und Geschicklichkeit der Männer zu testen. Die schottischen Militär-Regimente nutzten damals auch die Tänze als eine Art Training, um die Ausdauer und die Geschicklichkeit zu fördern. Das wird allerdings heute nicht mehr gemacht. Wettkämpfe für Hochlandtänze wurden Ende des 18. bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts populär. Für Frauen begannen die Wettkämpfe erst weit nach Anfang des 19. Jahrhunderts. Über die Jahre hat sich der Tanzstil immer mehr verbessert und es sind viele Elemente dazugekommen. Auch wenn früher ausschließlich nur Männer getanzt haben, werden die Tänze heute überwiegend von Frauen aufgeführt. Dabei ist es eigentlich egal wer tanzt, Hochlandtänze benötigen Sportlichkeit und künstlerische Fähigkeiten.
Für all diese Tänze gibt es Schottland regelmäßig Wettkämpfe. Es gibt sogar einen Ausschuß der sich SOBHD für Scottish Official Board of Highland Dancing nennt. Die SOBHD wurde 1950 gegründet und überprüft die Stabilität und Technik der Hochland-Tänze. Die Gesetze und Regeln werden durch den Ausschuß festgelgt. Hier wird unterschieden zwischen Alter, Tanz, Technik, Rhythmus, Geschicklichkeit und die zeitliche Übereinstimmung. Bei der Technik wird vor allem auf die Fuß- und Beinhaltung in Koordination mit der Kopf-, Arm- und Handhaltung bewertet. Sehr wichtig ist auch das das Tanzen leicht und graziös aussieht. Meistens werden diese Wettkämpfe bei Highland Games ausgeführt. Begleitet werden die Tänzer und Tänzerinnen überwiegend von einem Piper. Es kann auch vorkommen, dass die Musik von einem Akkordionspieler gespielt wird.
 
Mittlerweile sind sind fast alle McArthur Dancers beim SOBHD gemeldet und nehmen regelmäßig an Wettkämpfen teil. Bei der ersten Teilnahme in Alden Biesen (Belgien) 2009 bekamen unsere Tänzer schon 9 Medaillen. Bei der 2. Teilnahme in Ghent (auch Belgien) kamen sie mit 20 Medaillen und 1 Pokal wieder nach Hause. Im September 2010 haben sie abermals an den Wettkämpfen in Alden Biesen teilgenommen und 18 Medaillen mitgebracht. Auch in Ghent in 2010 waren sie wieder erfolgreich und haben zusätzlich zu den Medaillen noch einen Wanderpokal mit nach Münster nehmen dürfen, auf dem die McArthur Dancers als erste Gruppe verewigt wird, die den Broad Swort bei diesen Wettkämpfen getanzt hat. Aber damit nicht genug. Die McArthur Dancers werden darüber hinaus am 07.05.2011 zusammen mit dem Team des Highland Gathering in Peine die ersten Wettkämpfe in Deutschland ausrichten.
Im September 2011 haben dann einige Tänzerinnen sogar den Mut gehabt, an den Europäischen Meisterschaften für Highland Dancing teilzunehmen. Auch hier kamen sie mit vielen Medaillen wieder und Lisa Ahlers wurde sogar Vize-Europameisterin in ihrer Kathegorie. Um ihren Titel zu verteidigen flog sie im April 2012 mit einigen anderen Tänzerinnen sogar in die Hochburg des Highland Dancing, nach Schottland Aberdeen und auch hier kamen sie mit Medaillen und vielen neuen Erfahrungen zurück.
 
Aber nicht nur Wettkämpfe sind wichtig für die McArthur Dancers. Auch die Highland Games die hier in Deutschland stattfinden sind ein fester Bestandteil, so wie auch die Musikschau Schottland, die außer in der Sommerpause, einmal im Monat immer in verschiedenen Städten Deutschlands stattfindet. Für Alle, die Interesse haben mal die Highland Games oder die Musikschau zu besuchen, es lohnt sich. Details hierzu können Sie jederzeit erfragen.
 
Jetzt wünsche ich Ihnen noch viel Spaß auf unserer Homepage ...